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Das Dorf Tongli in der chinesischen Provinz Jiangsu
Mit reichlich viel Wasser ist Tongli eine kleines Dorf, wie aus einem Film über das alte China
Ein kleines Dorf, welches zusammen mit vielen kleinen "Watertowns" in der Nähe von Shanghai liegt, hat einen ganz besonderen Flair.
Im Osten der Volksrepublik China, direkt am Gelben Meer und am Mündungsbereich des Yangtse (chinesisch: 扬子江), liegt die Provinz Jiangsu (chinesisch: 江苏). Außer der Hauptstadt Nanjing (chinesisch: 南京) gelten auch die Orte Suzhou (chinesisch: 苏州市), Nantong (chinesisch: 南通 市), Wúxi (chinesisch: 无锡), Changzhou (chinesisch: 常州市) als besonders empfehlenswert.
Jiangsu ist im Süden durch das Yangtse-Delta und im Osten durch die Küste flach, im Norden und Westen hingegen hügelig bis bergig. Unter allen Provinzen Chinas hat Jiangsu den höchsten Anteil an Flachland und Wasser, jedoch den niedrigsten Anteil an Hügelund Bergland.
Berühmt ist Jiangsu zweifelsohne auch durch die Stadt Suzhou mit ihren berühmten Gärten. Mit einer über 2.500 Jahre langen Geschichte ist sie auch eine der ältesten Städte im Yangtsebecken. Abgesehen von der Seide ist Suzhou heute ein Zentrum der Hightech- Industrie.
Tongli
Tongli (chinesisch: 同里) ist ein Stadtteil von Wujiang (chinesisch: 吴江.). Die kreisfreie Stadt Wujiang gehört zum Verwaltungsgebiet der Stadt Suzhou.
Geografisch liegt Tongli in der Nähe des Tai-Sees (chinesisch: 太湖) und des Kaiserkanals (chinesisch: 京杭大运河), welches die längste von Menschen geschaffene Wasserstraße der Welt ist. Das Dorf selbst ist durch die acht Seen Tongli (chinesisch: 同里), Jiuli (chinesisch: 九里), Chenghu (chinesisch: 澄湖), Muzhuang (chinesisch: 沐庄), Baiyan (chinesisch: 白砚), Linze (chinesisch: 叶泽), Nanxing (chinesisch: 南星) und Pangshanhu (chinesisch: 庞山湖) von allen Seiten mit Wasser umgeben.
“Eine kleines Dorf, wie aus einem Film über das alte China”, so wird Tongli in der chinesischen Reiseliteratur beschrieben. Und so ist die kleine Stadt noch heute. Sie hat einmal reiche Familien beherbergt, wodurch man zahlreiche gut erhaltene Gebäude aus der Ming- und der Qing-Dynastie vorfindet. Die Wohnhöfe, in denen Aristokraten und wohlhabende Kaufleute residierten, sind genauso sehenswert wie der Tuisi-Garten (chinesisch: 退思园), zu deutsch “Garten zur tiefen Besinnung”, der direkt am Flussufer liegt.
Tongli ist eine Stadt mit reichlich viel Wasser. Tongli ist knapp 20 Kilometer von der idyllischen Stadt Suzhou im Jangtse-Delta entfernt.
Tongli hat eine 1000 Jahre alte Geschichte. In der ostchinesischen Provinz Jiangsu zählt Tongli zu den am besten erhaltenen Altstädten am Wasser.
Tongli liegt am östlichen Ufer des Taihu-Sees. Viele Flüsse und Kanäle durchziehen die Innenstadt. Fast alle Häuser stehen an Flüssen und Kanälen. In so einer Stadt mit viel Wasser dürfen Brücken natürlich nicht fehlen. Unser Reisebegleiter Wang Fusheng erzählt uns, dass die Kanäle und die Brücken ein intaktes Verkehrssystem der Stadt bilden:
"In Tongli steht fast jedes Haus an einem Kanal. Man kann per Boot jedes Haus erreichen. Wasser gibt es überall in der Stadt. Unsere Stadt ist zwar nicht groß, hat aber 15 Flüsse oder Kanäle, die die Stadt durchziehen. Das Netz aus Flüssen gliedert die Stadt in sieben Teile, die durch 40 alte Brücken miteinander verbunden sind."
Flüsse und Brücken sind die Verkehrsadern Tonglis. Die älteste Brücke in Tongli heißt Siben-Brücke. Sie wurde vor 700 Jahren gebaut. Und die kleinste Brücke ist die Dubu-Brücke. Sie ist weniger als 2 Meter lang. Die Brücke ist so eng, dass sie 2 Personen nicht nebeneinander passieren können. Bewundernswert ist auch die Steinschnitzerei auf der Fuguan-Brücke. Diese Brücke ist mit einem Tier versehen, das den Kopf eines Drachens und einen Karpfenkörper hat.
Neben den vielen Brücken sind auch die alten Häuser sehenswert. Mehr als 40 Prozent der Häuser in Tongli haben eine Geschichte von über 100 Jahren. Besonders gut gepflegt sind die größeren Höfe, in denen man feine Ziegel- und Holzdekorationen bewundern kann. Der Professor für Gartenbaukunst Chen Congzhou hält die Stadt Tongli für das ideale Freilichtmuseum chinesischer Gartenbaukunst.
Der Garten Tuisiyuan ist repräsentativ unter allen Gärten in Tongli. Der Erbauer des Gartens war ein ranghoher Mandarin der Qing-Dynastie im 19. Jahrundert. Nach seinem Rücktritt kehrte er in seine Heimat zurück und ließ einen Privatgarten errichten. Der Mann taufte seinen Garten auf den Namen Tuisi, was so viel bedeutet wie Besinnung in Ruhe. Mit dem Namen drückte der Gartenbesitzer seinen Wunsch aus, seine komplizierte Beamtenkarriere zu vergessen und sich auf den Sinn des Lebens zu besinnen. Zu dieser Zeit war er kein Mandarin mehr und hatte seine Macht und dicken Pfründe verloren.
Zum einen konnte sich der zurückgetretene Mandarin einen prunkvollen Garten nicht leisten und zum anderen wollte er ganz bewusst, dass sein Garten einen schlichten Stil erhält. Die Schlichtheit der Anlage lässt sich auch an der Größe erkennen. Der Garten ist nur 0,6 Hektar groß. Doch die Landschaft hier ist nicht langweilig, weil der Architekt die Gebäude, den Teich und das Bächlein so arrangierte, dass man aus verschiedenen Blickpunkten unterschiedliche Szenarien wahrnimmt. Wasser ist die Seele des Gartens. Der Teich nimmt eine Hälfte der gesamten Fläche des Gartens ein. Gebäude wie Korridore, Hallen, Terrassen und Pavillons stehen um den Teich, der ein gewundenes Ufer aufweist.

























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