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Tischsitten in China
Jede Nationalität und jede Region in China hat ihre eigenen Essgewohnheiten.
In China wird in der Regel an runden Tischen gegessen und die Gerichte werden auf einer drehbaren Platte in der Tischmitte angeordnet. Die Ehrengäste sitzen links und rechts neben dem Gastgeber, der sich auch um das Nachschenken kümmert und den Ehrengästen besonders gute Stücke Fleisch oder Fisch auf den Teller legt.
Der Gastgeber ist immer bemüht, mehr Essen anzubieten, als die Gäste verspeisen können. Wenn die Gäste die gesamten Speisen aufessen würden, wäre dies ein Symbol dafür, dass der Gastgeber zu wenig Essen aufgeboten hätte, was zu einem Gesichtsverlust des Gastgebers führt.
Beim Essen wird auch Alkohol – besonders Bier und Schnäpse – in großen Mengen verzehrt, wobei im privaten Rahmen auch Trinkspiele beliebt sind. Grundsätzlich wird das Glas auf einen Zug geleert. Der übliche Trinkspruch (chinesisch: 干杯) gānbēi bedeutet Trockne das Glas, was wörtlich genommen wird. Besonders bei reicheren Chinesen wird, auch aus Prestigegründen, der Konsum von Wein immer beliebter. Der Weinkonsum besitzt in China, trotz langer Weinbautradition vor allem im Westen des Landes, keine lange Tradition. Altbekannt sind allerdings div. Likör- bzw Süßweinartige Getränke wie Pflaumenwein oder süßer Reiswein ebenso wie Bier aus Gerste, Hirse oder Reis. Letzteres verdankt, nach europäischem Verfahren gebraut, seine Herkunft ursprünglich einer deutschen Brauerei in Tsingtao.
Es wäre schwierig, wollten wir über die Ess- und Trinkgewohnheiten des chinesischen Volkes im allgemeinen berichten, denn jede Nationalität und jede Region hat ihre eigenen Gewohnheiten.
Man behauptet, z. B. dass der Gebrauch von Essstäbchen (Zum Essen dienen Stäbchen aus Bambus oder Holz und Stahl- oder Porzellanlöffel.) eine chinesische Besonderheit sei. Im Großen und Ganzen ist das auch richtig, aber in Wirklichkeit ist es eine Gewohnheit der Han. Reist man aber in die Innere Mogolei und isst bei Hirten, dann wird erwartet, dass man sich von dem Hammel, der ganz serviert wird, mit dem Messer ein Stück abschneidet und dann mit den Händen ist.
Die Chinesen, Alt und Jung, Männer und Frauen, benutzen die Essstäbchen sehr geschickt. Ausländer wundern sich oft darüber. Aber das ist kein Wunder, haben die Chinesen dies doch von klein auf täglich geübt, immer wieder von den Erwachsenen ermuntert, täglich dreimal, jährlich tausendmal. Auch viele Ausländer, die China bereisen, können die Essstäbchen gewandt anwenden und wollen anstatt mit Messer und Gabel mit Essstäbchen essen.
Das Frühstück ist in China einfach. Im allgemeinen werden ein Brei (aus verschiedenen Getreidesorten), Bohnenmilch, gedämpfte Weizenbrötchen (Mantou), Sesambrötchen (Shaobing), gebratene Weizenfladen (Youbing) und gesalzene Beigaben gegessen. In Südchina dagegen, z. B. in der Stadt Guangzhou, isst man gewöhnlich Kuchen und trinkt Tee.
Das Mittagessen ist reichlicher. Hauptnahrungsmittel dabei sind Reis, gedämpfte Brötchen und Nudeln, dazu gibt es ein oder zwei weitere Gerichte und eine Schüssel Suppe. Die meisten Leute essen in Kantinen, weil das praktischer ist und auch billiger als in Restaurants.
Das Abendessen ist die wichtigste Mahlzeit und wird von der ganzen Familie gemeinsam eingenommen. Weil die meisten Frauen heute berufstätig sind, ist es selbstverständlich, dass alle Familienangehörigen das Abendessen gemeinsam zubereiten. Manchmal kocht auch der Mann anstatt der Frau.
An Wochenenden und Festtagen wird viel gekocht. In Nordchina bereitet man dann gewöhnlich Jiaozi, gefüllte Fleischtäschchen, zu, ähnlich den italienischen Ravioli. In Südchina besorgt man Fische oder Hühner und kocht außerdem noch zwei oder drei Gerichte aus frischem Gemüse. Öfter geht die ganze Familie auch ins Restaurant etwas essen.
Aber am besten wird am Frühlingsfest gegessen. Das Frühlingsfest ist das Neujahrsfest nach dem chinesischen Kalender. Schon am Silvesterabend wird gefeiert, alle Familienangehörigen kommen zum „gemeinsamen Familienessen“. Die Gerichte werden auf die verschiedensten Arten zubereitet: Kurzes zweiseitiges Braten mit wenig Fett (jian), Braten in siedendem Öl (zha), kurzes Braten mit Zutaten und wenig Fett unter ständigem Vermengen und Wenden (chao), Schmoren auf kleinem Feuer mit wenig Flüssigkeit (dun), Dämpfen (zheng) und Backen oder Grillen (kao). Dann stehen die Gerichtein schöner Farbzusammenstellung, duftend und wohlschmeckend, auf dem Tisch. Ob das Essen reichlich ist oder nicht, bestimmt sich nach der Zahl der Gerichte und Suppen. Vier Gerichte und eine Suppe gelten schon als reichliches Essen.
Das Frühlingsfest wird auch chinesischem Kalender vom Silvesterabend an bis zum 15. Tag des ersten Monats des neuen Jahres gefeiert. Nach chinesischer Tradition werden an diesem letzten Feiertag – der Mond steht voll am Himmel – in jeder Familie süßgefüllte Klößchen aus Klebreis (Yuanxiao) gegessen und verschiedenförmige, bunte Lampions angezündet, um den Frühling willkommen zu heißen.
Chinesische Rezepte kann man auch ganz einfach zuhause kochen.

























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