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Neujahrsessen
Am Frühlingsfest wird in China ein besonders reichhaltiges Essen serviert.
Fleiß und Sparsamkeit charakterisieren das chinesische Volk; normalerweise isst man sehr einfache Speisen. Am Frühlingsfest aber wird besonders reichhaltiges Essen reserviert. Die im Über besondere Ereignisse am Frühlingsfest in der Kaiserlichen Hauptstadt genannten Gerichte, die man in Peking während der Qing-Zeit zum Neujahr zubereitete, waren alle ausgesuchte Köstlichkeiten. In Nordchina ist das allgemein beliebte Essen zum Frühlingsfest Jiaozi (mit Fleisch und Gemüse gefüllte Teigtäschchen). Am 30. Tag des zwölften Monats und am 1. Tag des ersten Monats nach dem BaUernkalender isst man Jiaozi, „kein Jahreswechsel ohne Jiaozi," so heißt es.
In der Sammlung von Anekdoten der Qing-Zeit hieß es: „Jiaozi sind kleine Leckerbissen, entweder aus Reis- oder Getreidemehl gemacht, mit einer Füllung ... Gedämpft heißen sie Tangmian-Jiaozi; in Wasser gekocht, so dass eine Suppe entsteht, nennt man sie Shuijiao." Seit langer Zeit essen die Leute gerne Jiaozi (chinesisch: 饺子), nicht nur, wegen ihrer einfachen Zubereitung und Schmackhaftigkeit, sondern auch, weil sie die Form klassischer Silberbarren haben; daher haben sie ihre Bedeutung als Glücksbringer erhalten. Der Füllung der Jiaozi können Süßigkeiten, Münzen, Erdnüsse, Datteln oder Kastanien beigemischt werden. Wenn man eines mit Süßigkeiten erwischt, soll das Leben süß wie Honig werden; findet man eine Münze, so wird man im neuen Jahr reich; sind Erdnüsse darin, verheißt dies ein langes Leben (Erdnüsse heißen auch „Früchte des langen Lebens"); beißt man auf Datteln oder Kastanien, dann bedeutet das, dass bald ein Sohn da sein wird. In diesem Brauch drückt sich die Suche der Menschen nach dem Glück aus.
In Südchina gibt es die Tradition, einmal Reis zu waschen, der für mehrere Tage ausreicht „Zehntausend Jahre Essen" wird er genannt; dies bedeutet, dass es jedes Lebensmittel in Hülle und Fülle geben soll. Abgesehen von den Hühner-, Enten-, Fisch- und Fleisch-Gerichten gibt es im Süden mehr bunte Kuchen und Backwaren als im Norden. Jeder muss diese Neujahrskuchen essen, je klebriger der Kuchen, desto besser. Daher die Bedeutung „von Jahr zu Jahr wird es besser"(chinesisch: 年年糕, Niannian Gao, die Aussprache ist dieselbe wie die von „klebriger Kuchen").
In der Gegend um Guangzhou (Kanton) überreicht man sich gegenseitig Schachteln mit Backwerk, es gibt u. a. süßen Kuchen, in Öl gebackene Hörnchen, Krebse mit Kartoffeln, gedämpfte Kuchen, Rettichkuchen, Jiuceng-Kuchen (eine Art Kuchen aus 9 Schichten). Es gibt so vieles, dass einem schwindlig vor Augen werden könnte! Im Gebiet von Huai'an in der Provinz Jiangsu trinkt man vor dem Essen Tee mit Lotuskernen und Datteln, dazu werden Süßigkeiten, Melonen, Datteln und Kuchen gegessen; dabei sagt man von „süß wie Honig" (Süßigkeiten), „auf hohe Berge steigen" (das Gao mit der Bedeutung Kuchen und das mit der Bedeutung „hoch" werden gleich ausgesprochen), „baldige Geburt eines Sohnes" („bald" wird gleich ausgesprochen wie Dattel) und ähnliche gute Wünsche. In Shaoxing in der Provinz Zhejiang gibt es Oliven und Mandarinen im Neujahrstee. Am Neujahrsmorgen isst man Klöße aus klebrigem Reis (Tangyuan), sie symbolisieren ein glückliches Wiedersehen. Alte Leute essen am Neujahr gerne vegetarische Gerichte und meiden Fisch oder Fleisch.
Das reichhaltige Essen am Sylvesterabend
Die letzte Nacht des letzen Monats im Jahr wird Chuxi (chinesisch: 除夕) genannt, Chu steht für „vergehend", Xi bedeutet „Nacht". So hieß Chuxi ursprünglieh das Vergehen der letzten Nacht des Jahres und bedeutete soviel wie das Vergehen des Alten und der Beginn des Neuen.
Es ist üblich, dass die Familie an diesem Abend zusammen ist und in fröhlicher Runde das Nachtmahl einnimmt. Im Norden bedeutet dies, dass Jiaozi (mit Fleisch und Gemüse gefüllte Teigtäschchen) gegessen werden. Im Süden ist die Speisekarte reichhaltiger. In der Gegend um Hangzhou, Suzhou und Shanghai gibt es oft Danjiao, welche der Form der Yuanbao - früher benutzter Silberstücke — ähneln. Diese Danjiao haben eine unter Verwendung von Eiern hergestellte Hülle und sind mit Fleisch, ein bisschen grünem Spinat und gehackten Glasnudeln gefüllt. Dieses Gericht wurde in einem Steintopf gekocht und heiß auf den Tisch gebracht. Es ist nicht nur sehr hübsch anzusehen, sondern auch sehr schmackhaft. Solche Speisen tragen wesentlich zur Atmosphäre des Festes bei. Es gibt außerdem noch ein Gericht aus Fleisch- und Bambusstreifen, Sisiqiqi ist die Bezeichnung dafür, das heißt soviel wie Alles Gute. Ein Gericht mit Fleischbällchen wird mit Tuantuanyuanyuan umschrieben, was auf das Zusammenfinden und die Einheit der Familie hinweist. Das Fleischgericht vom Schweinekopf heißt Silberbarrenfleisch. Außerdem gibt es noch in Sojasoße zubereitete Eier und gebratenes Fleisch. Man muss mindestens ein Ei essen, denn dies soll „die Existenz zehntausender Generationen" symbolisieren. Die Platte mit einem fetten Fisch ist nicht zu vergessen, dessen Kopf und Schwanz man nicht essen darf, denn der Satz „es gibt noch Kopf und Schwanz" bedeutet soviel wie „eine Sache hat Hand und Fuß". Natürlich wird auch Tusu-Wein gereicht, von dem jeder ein wenig trinken muss, egal ob man ihn mag oder nicht.
Bei den Landsleuten in Taiwan wird das Essen an diesem Abend Weilu genannt, was „umringter Herd" heißt. Die Familie setzt sich um den sogenannten Feuertopf, einen mit Holzkohle erwärmten Metalltopf. Auf dem Tisch stehen verschiedene Speisen, die man alle kosten muss. Auch wer nie trinkt, muss an diesem Abend wenigsten einen Schluck nehmen. Bei dem Feuertopf-Essen wird das Gemüse nicht zerkleinert, sondern am Stück gekocht und so gegessen, denn dies bedeutet „langes Leben für die Eltern". Wenn Mitglieder der Familie zur Zeit des Festes abwesend sind, lässt man für sie Plätze frei, auf die man Kleidungstücke von ihnen legt. Dies bedeutet, dass die ganze Familie in Gedanken vereint ist.



























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