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Nam Co See
Der Nam Co See - hier ist man den Göttern sehr nah
Am Ufer des Sees vergisst man, dass man als Tourist gekommen ist. Am Südufer des Nam Co (chinesisch: 纳木错) – manchmal auch Nam-Tso - erhebt sich der Hauptgipfel des Nyainqentanglha – Gebirges. Die Göttin de Sees und der schneebedeckten Siebentausender beschützen die Pilger, die hier beten. Man entspannt sich und versinkt beim Anblick des Sees in tiefe Gedanken.
Der Nam Co ist auch als Himmelssee oder Tengrinor bekannt. Er befindet sich in Nord-Tibet etwa 100 km nordwestlich von Lhase auf über 4000 m über dem Meeresspiegel. Der See ist 55 m tief, 1915 Quadratkilometer groß und damit der höchstgelegenste See unter den größten Seen Tibets und nach dem Qinghai-See der zweitgrößte Salzsee in ganz China.
Vor etwa 2 Millionen Jahren entstand durch tektonische Erdbewegungen die Tibet-Qinghai-Ebene. Durch gewaltigen Druck entstanden Berge und Täler. Der Nam Co entstand durch diese Bewegungen der Erde und speiste sich von Gletschern. Der See war ursprünglich viel größer aber tiefer gelegen und hatte die Ausmaße eines Meeres. Man kann noch eine frühere Uferlinie erkenne, die etwa 80 Meter über der heutigen Wasseroberfläche verläuft.
Im Sommer weiden am See Jaks, er zieht Gazellen, Hasen und andere Tiere an und die Zugvögel brüten am See auf ihrer Route von Süd nach Nord. Aufgrund der Kälte gefriert der See im Herbst und taut erst im Mai wieder auf. Im Nam Co gibt es viele Fische ohne Schuppen, vor allem Karpfen und Aale. Man kann erkenne, dass diese Arten sich anders entwickelten als ihre Artgenossen im Flachland-See. Die Fischzucht wurde im großen Maße ausgebaut und der See gilt als "Fischspeicher Tibets" bezeichnet.
Hier befindet sich auch das höchstgelegene Pumpspeicherwerk der Welt mit dem größten Wassergefälle von mehr als 800 m . Das Yamzhog Yumco-Pumpspeicherwerk hat 4 Generatorsätze mit einer Kapazität von 90.000 kW.
Viele der in den See hineinragenden Halbinseln sind berühmten Mönchen gewidmet, die verschiedenen Richtungen des Buddhistischen Glaubens anhängen. Auf Ufer nahen Felsen findet man religiöse Zeichen. Reisende in diese Gegend entdecken nicht nur eine atemberaubende Natur sondern ebenso eine teils mystisch wirkende Stille. Anhänger des Tibet-Buddhismus umkreisen den See und beten zur Gottheit Nyainqentanglha. Besonders viele trifft man im Jahr des Schafes an. Die Göttin es Sees und auch der Berggott sollen im Jahr des Schafes geboren sein. So bringt es großes Glück und Schutz, wenn man im Jahr des Schafes um den See wandert. Die Umrundung des Nam Co dauert mindestens einen Monat oder länger. Die Pilger prüfen ihre eigene Aufrichtigkeit, indem sie an der Halbinsel am östlichen Ufer kommen, dort beten und danach einen katag, einen weißen Seidenschal ins Wasser werfen. Wenn der Schal vom See aufgenommen wird und untergeht, ist dies ein Zeichen für die volle Aufrichtigkeit und zeigt dass Buddha die Gebete des Pilgers erhört. Versinkt der Schal nur wenig oder schwimmt auf der Oberfläche, so bedeutet es, dass der Pilger nicht aufrichtig und fromm genug lebt und weist auf eine ungünstiges Omen hin.
Auch für die Wassergötter gibt es wichtige Zeremonien. Diese Götter haben die Macht über Glück und Wohlstand; doch sie gelten als auf brausend und knauserig. Um sie zu besänftigen, bringt man ihnen fünf verschiedene Getreidesorten und opfert Schätze, wie mit Opfergaben und Sutras gefüllte Fläschchen, die man in den See wirft.

























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