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Jinan
Jinan ist die Stadt der sprudelnden Quellen.
Jinan (chinesisch: 济南) ist der Ursprungsort der sehr bekannten vorgeschichtlichen Longshan-Kultur. In Jinan gibt es außerdem zahlreiche historische Relikte wie zum Beispiel die Chengziya-Mauer aus der Neusteinzeit sowie einer Mauer aus der Zeit des Qi-Reiches, die noch vor der bekannten Großen Mauer in der Qin-Dynastie errichtet wurde. Auch der älteste Hochbau Chinas, das Grab der Familie Guo aus der Han-Dynastie, sowie 500 aus der Song-Dynastie stammende farbige Arhartfiguren im Lingyan-Tempel kann man in der Stadt entdecken. Die Bekanntheit von Jinan ist aber letztenendes auf die unzähligen Quellen dort zurückzuführen. Jinan (chinesisch: 济南) liegt am Gelben Fluss (chinesisch: 黄河) im Zentrum der Provinz Shandong (chinesisch: 山东).
Die Geschichte der Quellen von Jinan reicht länger zurück als die Stadtgeschichte selbst. Seit Tausenden von Jahren sprudeln in der Region Hunderte von Quellen. In der heutigen Zeit werden diese Quellen gut geschützt. Das Wasser ist nicht nur trinkbar, es schafft auch eine angenehme Atmosphäre. Die Quellen von Jinan haben verschiedenste Eigenschaften, das Wasser beispielsweise ist sauber und klar. Es gleicht einem grünen Jadeit. Manche Quellen haben eine eher seltsame Form, andere verbreiten ein herrliches Plätschern und wieder andere können mit historischen Berühmtheiten oder Ereignissen in Verbindung gebracht werden. Sie sind somit also auch seltene und wertvolle kulturelle Bestandteile der Stadt.
Die Quellen entspringen in den Gebirgen südlich der Stadt. Die dortigen Kalkfelsen bildeten sich vor 400 Millionen Jahren. Das Regen- und Oberflächenwasser sickert dort durch Karstgruben, Tröge und Höhlen, fließt herab an Stalaktiten, bildet unterirdische Flüsse und nimmt schließlich den Weg in Richtung Stadt. Der Wasserfluß wird dabei von Vulkangestein gebremst und etwas angesammelt. Das Wasser gelangt anschließend unter die Altstadt von Jinan und tritt dort an die Erdoberfläche.
Von all den Quellen in Jinan sind die Baotu-Quellen (chinesisch: 趵突泉), die Wulongtan (Fünf-Drachen)-Quellen, die Zhenzhu (Perlen)-Quellen und die Heihu (Schwarzer-Tiger)-Quellen am bekanntesten. Die Durchflussmenge und die Topographie an den Quellöffnungen sind jeweils unterschiedlich, die Wasserqualität selbst ist aber stets erstklassig.
Die Baotu-Quellen (chinesisch: 趵突泉) liegen im südwestlichen Teil der Altstadt. Von Ost nach West erstrecken sie sich über 700 Meter, die Ausdehnung von Süd nach Nord beträgt etwa 250 Meter. Mit der Baotu-Quelle, der Namensgeberin der Stätte, und Bailongwan (Teich des weißen Drachen) als Zentrum verfügt diese Gruppe über insgesamt 34 Quellen. Einer Sage zufolge hat ein Junge namens Bao Quan einmal dem Bruder des Drachenkönigs das Leben gerettet. Als Belohnung erhielt er eine weiße Jadekanne, die immer mit Wasser gefüllt war. Diese Jadekanne wurde später vergraben, und daraus entstanden ist dann die Baotu-Quelle.
Die Baotu-Quelle ist gleichzeitig auch der Ursprung des Luoshui-Flusses, der später in den Gelben Fluss mündet. Das Wasser dort schießt aus drei Quellöffnungen heraus und tönt dabei wie Donner. Zahlreiche Intellektuelle und historische Persönlichkeiten haben die Baotu-Quelle schon besucht und hinterließen viele wertvolle Gedichte und Aufsätze über ihre Eindrücke. Südwestlich der Quelle steht auch ein Pavillon aus der Ming-Dynastie. In einem Teich vor diesem Pavillon steht eine Stele mit einer Inschrift und den Zeichen "Ö^J^Jft-" (Baotu-Quelle). Die Zeichen wurden von dem Kaligraphen Hu Zanzong in der Ming-Dynastie eingraviert. Die Kaiser Kangxi und Qianlong haben beide im Penglai-Teehaus am nördlichen Ufer des Quellteichs Tee getrunken. Man sagt, Kaiser Qianlong habe daraufhin bei zwei Reisen durch Südchina nur Wasser aus der Baotu-Quelle getrunken. Deshalb wurde die Quelle damals als die beste Quelle der Welt bezeichnet.
Die Wulongtan-Quellen (chinesisch: 五龙潭) liegen außerhalb des Westtores der Altstadt. Mit der namensgebenden Quelle und einer alten heißen Quelle im Zentrum gibt es dort insgesamt 21 Quellen. Die Zhenzhu-Quellen befinden sich mitten in der Altstadt und bestehen aus zehn Quellen. Die Heihu-Quellen wiederum sind im Südosten der Altstadt verteilt und entspringen an beiden Ufern des südlichen Stadtgrabens beziehungsweise in einem Flußbett. Von den 14 Quellen ist die Heihu-Quelle im Zentrum. Einige der Quellen in Jinan sind bekannt für die große Durchflussmenge, manche für den süßen Geschmack des Wassers und andere für das ausgesprochen klare Wasser und dessen gute Qualität. Jede Quelle ist mit einer schönen Geschichte verbunden und verkörpert auf gewisse Weise auch die Sehnsucht der Menschen in Jinan nach einem besseren Leben. Die Bürger von Jinan wachsen eng verbunden mit den Quellen auf und betrachten sie deshalb als das Blut, welches die Stadt ernährt. Sie gelten sogar als die Seele der Stadt. Ohne ihre Quellen würde die alte Stadt ihre Spiritualität und Vitalität verlieren.
Das Quellwasser fließt entlang der Straßen und Gassen und ist für die Einwohner leicht zugänglich. Oft muß man dort nicht einmal das Haus verlassen, um Wasser zu holen, einige Jinaner brauchen sich einfach nur .us dem ht^ster zu iexoitn, um an das voibeiüiebenat Quellwasser zu gelangen. Ein sehr interessanter Anblick! Kein Wunder, dass man früher gerne sagte, in Jinan habe jede Familie eine Quelle, und vor jedem Haus stünden Weidenbäume. Die bekannte Chizi-Quelle ist in einer Residenz in der Altstadt tief im dortigen Wohnviertel versteckt. Dieser kleine Teil der Jinaner Altstadt verfügt über 33 Quellen, 16 davon wurden in die Liste der 72 bekanntesten Quellen aufgenommen. Gerade dort kann man oft eine für Jinan typische Szenerie betrachten: vor den Haustüren fließt Quellwasser vorbei, Frauen legen Wäsche auf die Steinplatten am Ufer oder waschen Kleider. Eine Szene wie in Südchina, und doch ist es typisch für Jinan (chinesisch: 济南).


























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