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Guangzhou
Guangzhou ist die Hauptstadt der Provinz Guangdong und ist eine wichtige kulturhistorische Stadt und ein Wirtschaftszentrum in Südchina.
Guangzhou (chinesisch: 广州) wird auch als Ziegenstadt „Sui" bezeichnet. Der Überlieferung nach ritten fünf Gottheiten auf Ziegen, Getreideähren in ihrem Mund haltend, nach Guangzhou und sie erteilten der Stadt ihren Segen, so dass das Gebiet-nie von Hungersnot heimgesucht werde. Nachdem die Gottheiten verschwanden, wurden ihre fünf Ziegen zu Steinstatuen, was der Stadt den Namen Ziegenstadt eintrug. In der Song-Dynastie begann man in Guangzhou, die acht Ansichten der Ziegenstadt auszuwählen. Danach wurde die Auswahl der acht Ansichten eine Tradition, die von Generation zu Generation überliefert und nie unterbrochen wurde.
Die Stadt Guangzhou liegt in der Provinz Guangdong (chinesisch: 广东) in der Nähe vom Südchinesischen Meer. Im Sommer ist es nicht so heiß und im Winter bleibt es warm, so dass Blumen hier in allen vier Jahreszeiten blühen, so entstand auch ihr Name „Blumenstadt".
Guangzhou ist ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt in Südchina: Die Stadt ist eine weitläufige Hafenstadt, die über einen Hafen am Fluss aber auch über einen Hafen am Meer verfügen. Sie bildet den Verkuppelungspunkt von der Jingguang-Linie [von Peking (chinesisch: 北京) bis Guangzhou] und der Guangjiu-Linie [von Guangzhou bis Jiulong]. Ihr Flughafen, genannt Wolkenflughafen, ist modern ausgestattet und hat Fluglinien zu wichtigen Städten im In- und Ausland.
Guangzhou ist eine wirtschaftlich offene Stadt und ist eine wichtige Basis für den Außenhandel. Seit 1957 findet die Exportwarenmesse jedes Jahr zweimal dort statt.
Guangzhou hat schöne Landschaften, und die berühmten Attraktionen sind z.B. der Wolkenberg, der Yuexiu-Berg (chinesisch: 越秀山), die Conghua-Therme (chinesisch: 从化温泉). Die Stadt ist auch ein wichtiger Ort für den wissenschaftlichen, technischen und kulturellen Austausch mit Ausländern. Innerhalb der Stadt befinden sich die Universität Zhongshan, die Universität Jinan (chinesisch: 暨南大学) und die Pädagogischen Universität in Südchina sowie viele Forschungsinstitute wie der Botanische Garten Südchinas und die Akademie der Wissenschaften.
Guangzhou erscheint wie ein prächtiger riesiger Garten, und zwar das ganze Jahr hindurch. Nicht nur in den Gartenanlagen sieht man Blumen, sondern auch auf den Balkons der Wohnhäuser. In Guangzhou findet man nicht nur buddhistische und daoistische Tempel und Klöster, sondern auch viele Kirchen und Moscheen. Seit der Tang-Dynastie, also vor rund 1.300 Jahren, ist Guangzhou eine der größten Hafenstädte Chinas und gilt als eine Weltmetropole mit Herz. Einen Blick in die Vergangenheit der Stadt bekommt man bei einem Besuch des Guangzhou-Museums. Vor mehr als 2.000 Jahren herrschte in Südchina das Nanyue-Königreich (chinesisch: 南粤王墓). Bei Ausgrabungen an einem prächtigen Mausoleum eines Nanyue-Königs entdeckte man mehr als Tausend wertvolle feine Handwerksarbeiten aus Gold, Silber, Jade, Elfenbein und Perlen.
In China heißt es: „Die Kantonesen essen alles was schwimmt, fliegt oder vier Beine hat, außer U-Booten, Flugzeugen und Tischen.“ (chinesisch: 广东人吃所有四条腿的东西,除了桌子。). Die kantonesische Küche ist sehr vielfältig mit zum Teil sehr wohlschmeckenden, für Europäer teilweise gewöhnungsbedürftigen Gerichten; unter anderem werden auch Hunde und Schlangen verzehrt, diese sind allerdings auf dem Speiseplan der meisten Kantonesen entweder gar nicht oder nur selten zu finden.
Guangzhou ist sicher keine Stadt, die zu viele Sehenswürdigkeiten hat. Guangzhou Charm liegt mehr darin, dass man ein einzigartiges altes China erleben kann. Wenn man in die Hinterhöfe der alten Häuser und den kleinen Gassen geht, sieht man Leben, wie man es vor 100 Jahren vermutet hat. Weiterhin sehenswert ist am Abend, wenn man dem Pearl River entlang läuft, Touristenschiffe hell und bunt erleuchtet vorbei gleiten, man die verschiedsten Lichtspiele an den Hochhäusern sehen kann.
In vielen Broschüren werden die sogenannten "8 Sehenswürdigkeiten" Guangzhous vorgestellt. Die bekannteste unter ihnen ist der Baiyun-Hügel, der Hügel der Weißen Wolken. Der Hügel der Weißen Wolken befindet sich im Norden der Stadt. Er ist mit üppigem Wald bedeckt und hat viele klare Bäche. Oft umhüllen Wolken den Hügel, besonders im Spätfrühling oder wenn sich Regenwolken zusammenbrauen - daher der Name Hügel der Weißen Wolken. Der Baiyun-Hügel ist ein beliebter Naherholungsort der Guangzhouer. Am Wochenende fährt oft die ganze Familie zum Baiyun-Hügel. Die Ruhe und die frische Luft an diesem Ort sind ein starker Kontrast zur Hektik in der Guangzhouer Innenstadt. Besonders am chinesischen Seniorentag, der nach dem Mondkalender am 9. Tag des 9. Monats begangen wird, besteigen viele ältere Menschen in Begleitung ihrer Familien den Baiyun. An diesem Tag dort wandern zu gehen, hat in China eine lange Tradition und soll den älteren Menschen ein langes und gesundes Leben bescheren.
Guangzhou hat nicht nur viel Natur am Stadtrand zu bieten, sondern auch viel Kultur im Zentrum verborgen. Zum Beispiel den Liurong- und den Guangxiao-Tempel. Beide buddhistischen Klöster stehen unter Denkmalschutz und liegen im Stadtteil Yuexiu. Der Liurong-Tempel wurde im Jahre 537 erbaut. Am Anfang der Nördlichen Song-Dynastie, vor mehr als 1.000 Jahren, wurde die Tempelanlage mehrmals in Kriegen zerstört und immer wieder aufgebaut. Ein wichtiges Ziel für Gläubige im Liurong-Tempel ist die Statue des buddhistischen Meisters Huineng, der hier verehrt wird. Huineng war ein religiöser Führer in der Tang-Dynastie vom 7. bis 9. Jahrhundert. Sehenswert ist außerdem eine alte Pagode aus Holz. Sie heißt Qianfo-Baota und in ihr werden buddhistische Reliquien aufbewahrt. Die Fahrt zum Liurong-Tempel ist ganz einfach, mehrere Buslinien und eine U-Bahn-Linie bringen den Besucher zum Tempel.
Nicht weit entfernt vom Liurong-Tempel steht ein weiteres buddhistisches Kloster - der Guangxiao-Tempel, der bekannt ist für seinen alten Lindenbaum. Dieser Tempel wurde in der Song-Dynastie (960-1279) errichtet. Die alten Pagoden und Hallen sind gut erhalten. Wer sich für chinesische Kalligraphie interessiert, kann hier intensiv die Gravuren auf den Steinstelen studieren. Die in die Stelen gemeißelten Schriftzeichen sind von hohem ästhetischen Wert und gelten als Vorbilder klassischer chinesischer Kalligraphie.
In den Guangzhouer Teehäusern können Besucher die typischen Imbisse der südchinesischen Metropole probieren. Ausgewählte Meeresfrüchte sind charakteristisch für die Kanton-Küche. Dazu kommen noch eine Riesenauswahl an kleinen Leckerbissen sowie die sogenannten Mondkuchen und kandierte Früchte.
Die Gedenkhalle für Dr. Sun Yat-sen
An der Dongfeng-Zhonglu-Straße gelegen, wurde sie (chinesisch: 中山纪念堂) 1931 mit Spenden der Überseechinesen und Einwohner Guangzhous gebaut. Ihr Hauptgebäude ist 49 m hoch und nimmt eine Fläche von 3700 qm ein. In der Qing-Zeit war hier die Residenz des Militärgouverneurs 1921 trat Dr. Sun hier das Amt des Sonderpräsidenten an.
Yuexiu-Park
Der Yuexiu-Park ist der größte Park in Guangzhou. Im Park finden sich die am Meer liegende Pagode, die fünf Ziegen-Skulptur, der künstliche See, viele Pavillons, Terrassen, Pagoden und Gedenkplätze.
Die am Meer liegende Pagode wurde in der Ming-Dynastie gebaut. Sie ist 28 m hoch und hat eine rechteckige Form.
Guangxiao-Tempel
Der Guangxiao-Tempel ist eines der ältesten Bauwerke in der Provinz Guangzhou. Auf dem Tempelgelände stehen eine östliche und eine westliche eiserne Pagode mit tausend Buddhaso. Im Jahr 963 wurde die westliche Pagode gebaut, die die bisher bestehende älteste eiserne Pagode Chinas bildet.


























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