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Der Gelbe Kaiser
Der Gelbe Kaiser war der Legende nach ein großer Stammesführer.
China wird von alters her als das "Land des Kaisers Yan und des Gelben Kaisers" bezeichnet, und die chinesische Nation begreift sich als die Nachkommenschaft der beiden Kaiser, der Begründer der Zivilisation in den Einzugsgebieten des Gelben Flusses (chinesisch: 黄河) und des Yangtse (chinesisch: 扬子江).
Die Chinesen nannten sich zur Zeit der Frühlings- und Herbstperiode (776-476 v. u. Z.) Huaxia, was "Nation des blühenden Landes in der Mitte" bedeutet. Sie glaubten, ihr Land liege in der Mitte der Welt, und bezeichneten es deshalb als "Reich der Mitte". Es um-fasste zunächst nur das Einzugsgebiet des Gelben Flusses, später alle Regionen unter seiner Verwaltung. Die Nation Huaxia bzw. die chinesische Nation bezog sich ursprünglich nur auf die Han, später auf alle Nationalitäten, die in diesem Reich lebten.
Der Gelbe Kaiser (chin 黄帝) war der Legende nach ein großer Stammesführer in der Spätperiode der chinesischen Urgesellschaft. Die Stämme des Kaisers Yan (chinesisch: 炎帝) und des Gelben Kaisers gehörten derselben Nation an, sie waren Brüderstämme und Nachkommen des Stammesführers Shaodian.
Der Häuptling Chiyou des südlichen Stammes Jiuli war aggressiv und böse. Er drang oft in die Gebiete anderer Stämme ein. Als der Stamm des Kaisers Yan im Kampf gegen ihn eine Niederlage erlitten hatte, such-
te er beim Gelben Kaiser Hilfe. Dieser besiegte und tötete Chiyou in einer heftigen Schlacht bei Zhuolu (in der heutigen Provinz Hebei) und vereinigte daraufhin seinen Stamm mit dem des Kaisers Yan. Der Gelbe Kaiser (chin 黄帝) wurde zum Oberhaupt des Bundes, der sich Huaxia nannte. Danach entstand die blühende Huaxia-Kultur.
Der Gelbe Kaiser (chin 黄帝) schuf, wie es weiter heißt, zusammen mit seinen Ministern einen astronomischen Kalender, und sein Minister Gang Jie erfand die Schrift. Seine Frau Luozhu brachte den Menschen die Seidenraupenzucht und Seidengewinnung bei. Der Gelbe Kaiser (chin 黄帝) baute ferner den ersten Wagen Huaxias, er erfand den Hausbau, die Arithmetik und die Tonleiter. Er soll 110 Jahre gelebt und hundert Jahre regiert haben. Seinen Todestag habe er selbst gewählt, so wird geschrieben, dann habe er sich von seinen Ministern verabschiedet und sei gestorben. In Shaanxi (chinesisch: 陕西,), Gansu (chinesisch: 甘肃), Henan (chinesisch: 河南) und Hebei (chinesisch: 河北) gibt es jeweils Gräber von ihm, das bekannteste liegt in Shaanxi. Es befindet sich ein Kilometer nördlich des Kreises Huangling auf der Kuppe des so genannten Brückenberges, von einer Mauer aus Ziegeln umgeben. Der Berg sieht wie eine Bogenbrücke aus. Am Fuß des Berges schlängelt sich ein Bach, und auf dem Berg wachsen hohe Zypressen.
Am südöstlichen Fuß des Berges liegt der berühmte Tempel des Gelben Kaisers, der in der Zeit der Han-Dynastie (206 v. u. Z.-220 u. Z.) erbaut und später mehrmals erneuert wurde. Über dem Tor der großen Halle hängt eine Tafel mit der Inschrift "Stammesherr der Menschen".
Um die beiden Stammesherren der chinesischen Nation ewig im Gedächtnis zu behalten, hat man vor kurzem riesige Skulpturen des Kaisers Yan und des Gelben Kaisers auf einem Berg an der Eisenbahnlinie Peking-Guangzhou am südlichen Ufer des Gelben Flusses errichtet. Die 150 Meter hohen Steinstatuen sind die größten ihrer An in der Welt. Dreihundert Meter vor den Statuen steht ein dreizehn Meter hoher Altar aus grünen Steinen. Zu beiden Seiten des Altars und des die Mittelachse bildenden Götterwegs befinden sich neun Dreifußkessel aus Bronze, jeder sieben Meter hoch, Symbole der Langlebigkeit der chinesischen Nation. Vom Altar bis zum Gelben Fluss erstreckt sich ein zweihundert Meter langer und siebzehn Meter breiter Weg, der von Kiefern und Zypressen gesäumt ist und an dessen beiden Enden Glockenspiele aus Bronze und Ritual-Gefäße stehen, Symbole für Glück und Frieden.

























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