China Reisen » China Wissen > Bevölkerung > Minderheiten > Die Uiguren
Völker Chinas - die Uiguren
Die Uiguren sind gute Sänger und Tänzer.
Das Wort Uiguren (chinesisch: 维吾尔族) bedeutet "Einheit", "Vereinigung". Dies spiegelt sich auch in der Geschichte der Uiguren. Im Lauf der Zeit haben sich die Nomadenstämme, die in Nordwestchina und Zentralasien lebten, zu der heutigen Nationalität Uiguren (chinesisch: 维吾尔族) zusammengeschlossen. Gegenwärtig leben etwa 8,39 Millionen Uiguren in den Oasen südlich vom Tianshan-Gebirge (chinesisch: 天山) von Xinjiang (chinesisch: 新疆). Sie haben alle typischen Merkmalen eines Nomadenvolkes, so sind Uiguren gute Sänger und Tänzer.
Ganz berühmt ist die Musikepik - die Zwölf Mugham (zwölf Opern), die die traditionelle Gesang- und Tanzkunst von Uiguren (chinesisch: 维吾尔族) darstellt. Ein Stück besteht aus Auftakt, Erzählungen, Orchesterstück und Tanz und dauert einen ganzen Tag. Dazu macht man mit der Satar (ein Seiteninstrument die typische Begleitmusik. Die erzählungsartige Satar-Musik, die etwas raue und traurige Stimme des Mugham-Sängers und die hoch raffinierten Bewegungen von Nachahmungs- und Wettkampftänzern versetzen die Audienz gleich in die Tiefe der trostlosen Wüste. "Die Zwölf Mughams sind berauschender Wein und entzückendes Gemälde", so sagen Uiguren. Ohne Mughams gibt es keine glückliche Hochzeitsfeier und ist die Wüste stiller als Tod.
Wirklich beeindruckend sind auch die Kleidung und Ornamente von Uiguren (chinesisch: 维吾尔族). Uigurische Männer tragen Qiapan - eine Art Talar, der, ohne Kragen und Knöpfe, die Körperlänge über die Knien hinaus deckt, breite Ärmel hat und mit einem Gürtel gestrafft werden kann. Der Gürtel, quadratisch, großflächig und lang, kann wie eine Tasche Nahrungsmittel oder Kleinigkeiten aufnehmen. Schlicht ist der Gürtel für den Alltag, aber für Feste trägt man Gürtel mit bunten Färbungen oder Stickereien. Unter dem Talar trägt man ein kürzeres Pullover-Hemd, dass meistens weiß oder schwarz ist, oder dunkle Streifen hat. Öfters tragen Jugendliche Hemden mit Verzierung. Im Sommer trägt man meistens ein weißes, einschichtiges Qiapan und im Winter einen schwarzen, grauen oder dunkelfarbigen dickeren Baumwolltalar. Uigurische Frauen tragen vielfarbige, elegante Kleider mit breiten Ärmeln aus sonderbarer Aidlais-Seide. Man sagt, dass die Farben der Aidlais-Seide neben den Farben von Blumen die schönsten Farben in der Wüste sind. Durch ein über 2000 Jahre überliefertes, kompliziertes Verfahren wird diese Seide komplett manuell gefärbt und mit feinen Motiven verfeinert, was nur Uiguren beherrschen.
Viele Uiguren (chinesisch: 维吾尔族) tragen eine Art viereckige Kleinmütze mit feinen Stickereien. Diese Mütze ist auch Kennzeichen der Mongolen. Religiöse Gebote bestimmen, daß ein Uigur den Scheitel nicht entblößen darf. Im Freien gilt ein Kopf ohne Bedeckung als Blasphemie. Daher sind diese feinen, eleganten Kleinmützen eine alltägliche Kopfverzierung und Geschenke unter Uirguren.
Die uigurische Gastronomie ist weltbekannt, besonders Schaschlik. In der lokalen Sprache wird Schaschlik "Meter Kebab" genannt, also einmeterlanges Kebab Schaschlik. Und das ist keinesfalls Übertreibung. Der Spieß ist mindestens 80cm lang. Mit großen Hammelfleischstücken werden Dutzende Spieße im Ofen geröstet. Zur Bewirtung von sehr geschätzten Gästen wird ein ganzes Schaf angeboten, das mit goldener Farbe, knuspriger Haut und sahnigem Fleisch den Speichel im Mund laufen läßt. Weizenmehl spielt die Hauptrolle im alltäglichen Essen von Uiguren. Darüber hinaus gibt es öfters Nang, mit Hand gegessener sautierter Reis, Brötchen mit Hammelfett, Rind- oder Hammelfleisch. Nang ist eine Art Weizen- oder Mais-Pfannkuchen von verschiedener Größe und Dicke. In einem speziellen Ofenbecken gebacken, kann Nang, gelblich und knusprig, für längere Zeit gelagert werden und ist daher Alltagsvorrat für Uiguren, die sagen: "Ohne Gemüse lebt man noch, ohne Nang kaum einen Tag".
Lieblingsessen der Uiguren (chinesisch: 维吾尔族) ist Poluo, der aus Reis, Hammelfleisch, Hammelfett, Rapsöl, Zwiebeln und Möhren gekocht wird. Die Uiguren lieben auch verschiedenartige Gulasch-Nudeln, gebratene Nudeln, mit Hand gegessenes Hammelfleisch, Nang (salzige Pfannkuchen) und Süßigkeiten. Beim Essen sitzt die ganze Familie in einer Runde auf einem kleinen Teppich. Nach der uigurischen Sitte muß man vor dem Essen die Hände waschen, indem die Hände, nicht in einem Becken, sondern mit Wasser aus einer Kanne - Abtaba gespült werden. Das benutzte Wasser fängt ein Kupferoder Holzeimer auf. Nach dreimal Spülen werden die Hände mit einem Tuch getrocknet, auf keinen Fall schüttelt man die Hände. Nach dem Essens wird Duwa - eine Art moslemisches Beten - unter Leitung von einem Älteren verrichtet. Nur nachdem der Gastgeber die Bestecke weggeräumt hat, darf der Gast seine Stelle verlassen, sonst ist es unhöflich.



























Mit unserer interaktiven 
