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Die Tujia
Die Tujia sind vor allem in Landwirtschaft tätig.
Die Tujia-Nationalität (chinesisch: 土家族) nennt sich Bizika - "hier geboren, hier aufgewachsen". Mit einer Bevölkerung von 8,02 Millionen leben die Tujia hauptsächlich in dem Autonomen Bezirk der Tujia- und Miao-Minderheit in Westhunan der Provinz Hunan (chinesisch: 湖南) und dem Autonomen Bezirk der Tujia- und Miao-Minderheit in Enshi der Provinz Hubei (chinesisch: 湖北) und ferner auch in den Kreisen Shizhu, Xiushan, Youyang, Qianjiang und Pengshui der Provinz Sichuan (chinesisch: 四川).
Tujia sind vor allem in Landwirtschaft tätig und weitgehend von der Wirtschaft und Kultur von den Han-Chinesen beeinflußt. Aber Tujia pflegen aber eigene Sitten bei Todesfeiern, Eheschließungen und Kunst. Die Sitten beruhen darauf, daß die Tujia im Alltagsleben und bei der Arbeit die vielen Berge und Gewässer in den eigenen Siedlungungen überwinden und dabei schwere Lasten tragen müssen.
Bei der Bestattungszeremonie wird seit Jahrtausenden die Gewohnheit gepflegt, dass "der / die Abgestorbene festlich bestattet und der Tod richtig gefeiert wird". Bei der Todesfeier wird getrommelt, getanzt und gesungen, was die althergebrachten Bestattungssitten der Tujia-Nationalität kennzeichnet. Das Ableben eines Greisen wird bei Tujia-Menschen als "Himmelfahrt" angesehen und "weiße Feier" genannt. Ungeachtet des Geschlechtes und Sozialstatus des Verstorbenen wird eine ganze Nacht getrommelt. So wird um die verstorbene Person getrauert und die Lebenden getröstet. In dem Trauersaal wird Sa´erhe getanzt, ein Tujia- Todesfeiertanz, der grobe Männlichkeit ausstrahlt. Dabei schlägt eine Person die Trommel und zwei oder vier Personen tanzen vor dem Sarg. Während der Trommelschläger abwechselnd durch Schläge auf die Trommelmitte, den Trommelrand und Trommelrahmen verschiedene Rhythmen herbeiführt und singt, folgen die Tänzer auch mit entsprechenden Bewegungen und Gesangtönen. Der Gesangtext bezieht sich auf Geschichte, Persönlichkeiten, lokale Landschaften und Jahreszeiten, Ethik, Liebe, Kindeslieder und Würdigung des Lebenslaufes der verstorbenen Person. Während die Tänzer und Sänger ernsthaft vorführen, klappen die Zuschauer enthusiastisch deren Hände und mitsingen.
Dem Todesfeiertanz steht das "Hochzeitsweinen" gegenüber, das ein Tujia-Mädchen vor der Verheiratung singt, um die traurigen Gefühle wegen Trennung von dem Elternhaus auszudrücken. Einen Monat vor der Hochzeit beginnt das Mädchen mit dem Weinegesang, der am Vorabend der Hochzeit den Höhepunkt erreicht. Neun von den Eltern ausgewählte Mädchen schließen sich der Braut an. Dies nennt man auch den "Weingesang von zehn Schwestern", der sehr schön und auch rührend klingt. Sehr inhaltsreich, kann so ein Lied den Abschied von den Eltern beschreiben: "Gelb werden die Rapsfelder, trennen will ich mich nicht von meinen Eltern ... Mit blauem Kleid und weißer Schürze, tragen mich Vater und Mutter über die Hügel und Täler, während ich die Kleidlänge überwachse. Sorgen machen sich die Eltern, dass die Tochter nicht genügend Essen und Kleidung hat"; oder den Abschied von dem älteren Bruder und dessen Frau: "So gehe ich weg von Bruder und Schwester, so viel habe ich denen zu verdanken; Da fliegt die Schwalbe über neun Berge hinweg, wann sieht die Schwalbe den Bruder und die Schwester wieder?";
Dieser "Gesang mit zehn Schwestern" mit vielen" Tränen" ist typisch für die Tujia-Kultur.
auch typisch ist die Nuo-Oper, ein lebendes Fossil unter den chinesischen Opern. Nuo ist die Tujia-Bezeichnung für das Ritual zur Vertreibung von bösen Geistern und zur Würdigung von Vorfahren und Gottheiten Bestandteil der gut erhaltenen Tujia-Kultur. Daraus sind die Nuo-Oper und der Nuo-Tanz entwickelt worden.
Die Nuo-Oper wird nur durch Lehre überliefert, indem ein Maister einen Lehrling, fremden oder in der eigenen Familie, unterrichtet. Manche einmalige Fertigkeiten der Nuo-Oper sind bei der Lehrlingswahl hoch exklusiv. Ein Nuo-Oper-Ensemble nennt sich "Altar". Bei so einem Altar gibt es 6-12 Opermeister und dabei einen oder zwei Altarführer. Alle anderen sind Lehrlingsbrüder. Der Altarführer ist ein hoch raffinierter Schauspieler mit außergewöhnlichem Gedächtnis. Nuo-Spiele finden in der Zeit zwischen der Ernte im Herbst und dem nächsten Frühling statt.
Alle Nuo-Schauspieler tragen Masken. Daher ist die Nuo-Oper mit diesem Merkmal "auf dem Gesicht getragene Geschichte". In früheren Nuo-Opern waren die Charaktertypen an den Masken zu erkennen. Die Masken, Lianzi oder Liankezi genannt, waren meistens aus Holz und sind in den letzteren Jahren auch aus Seide gemacht. Deren Muster und Farben sind überall ziemlich ähnlich. Die Charaktere in der Oper sind durch Maskenmuster unterschieden. Ferner ist die Nuo-Oper, in dieser Beziehung anders als normale Schauspiele, mit religiösen Veranstaltungen eng verbunden. Normalerweise verläuft die Nuo-Oper drei Phasen: Altareröffnung, Höhlenöffnung und Altarschließung.
Eröffnung und Schließung des Altars sind zum Empfang und Verabschiedung von Gottheiten vorgesehen. Ist die Höhle geöffnet, so beginnen die Nuo-Stücke. Aus Aberglaube an das Wirken durch Gottheiten oder Geister beten Dorfbewohner die Götter um Hilfe und Schutz an. Das Ganze wird mit Weihrauch und Opferzeremonien abgerundet.


























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