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China Wissen
Was Deutsche über China wissen sollten.
Die meisten Europäer haben keine Ahnung, wie China wirklich aussieht, was die Menschen denken und wohin man in China will. China zu verstehen, ist für Europäer eine spannende Herausforderung.
Als "blaue Ameisen" wurden Chinesen oft bezeichnet, als uniforme, austauschbare Personen in einer Gesellschaft, in der nicht der Einzelne im Vordergrund steht, sondern die Gemeinschaft. Selbstverständlich aber haben auch die Chinesen persönliche Vorlieben und unterschiedliche Charaktere. Unbestreitbar ist jedoch, dass der Individualismus ganz im Sinne der konfuzianischen Lehre - und im Gegensatz zum Westen - eher negativ betrachtet wird. Während die westliche Jugend stets darauf bedacht ist, sich abzugrenzen und aufzufallen, bemühen sich chinesische Teenager eher darum, nicht aus dem Rahmen zu fallen. Jeder hat seinen festen Platz in der Hierarchie und muss einen gesellschaftlichen Beitrag leisten. Verpflichtungen bestimmen den chinesischen Alltag - egal ob gegenüber der Familie oder dem Arbeitgeber. Menschen, die sich gegen diese strengen Regeln stellen, gibt es natürlich auch, einfach haben diese es aber nicht.
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Allgemeines China Wissen
Ja, es ist wahr. Die Chinesen essen Hundefleisch. Tatsächlich aber auch Katzenspieße, Bärentatzen oder Froschschenkelragout. Chinesische Esser sind flexibel und experimentierfreudig. Überhaupt gehört die Nahrungsaufnahme in China mit zu den wichtigsten Dingen des täglichen Lebens. Allerdings gibt es in dem riesigen Reich auch sehr unterschiedliche Geschmäcker. Was die Bewohner im Süden als Delikatesse betrachten, löst in Peking vielleicht Unbehagen aus. Aber keine Angst: Auch als vorsichtiger Europäer finden Sie in China etwas zu essen, was Ihnen schmecken wird. Zwar schmecken die Gerichte nicht unbedingt wie im China-Restaurant zuhause um die Ecke, aber trotzdem lecker. Trauen Sie sich! Und lehnen Sie Essenseinladungen nicht ab. Pünktlichkeit wird sehr geschätzt.
Essen dient in China als Mittel der Kommunikation und ist von außerordentlicher Bedeutung. Hier wird laut geredet, gelacht, auch Schmatzen, Schlürfen und so mancher Rülpser sind hörbarer Beweis für die Güte der Mahlzeit. Dabei werden vor allem Gäste, aber auch die älteren Teilnehmer von den jüngeren umsorgt und mit den besten Stücken aus den gemeinsamen Schüsseln geehrt. Gezahlt wird nie getrennt, normalereise übernimmt eine Person die gesamte Rechnung. Lassen Sie ruhig etwas auf Ihrem Teller, sonst vermutet der Gastgeber, dass Sie nicht satt geworden sind.
Angeblich sollen die Essstäbchen vor mehreren Tausend Jahren in China erfunden worden sein. Europäer haben damit so manche Schwierigkeiten. Niemals sollte man sie beim Essen aufrecht in seine Schüssel Reis stecken. Das gilt als schlechtes Omen. Abgelegt werden sie immer entweder auf dem Tellerrand oder mit den Spitzen auf dem eigens dafür gedachten Stäbchen-Bänkchen.
An einem chinesischen Esstisch bekommt übrigens nicht jeder seinen eigenen Teller, sondern alle Gerichte werden auf einer Drehplatte in der Mitte des Tisches serviert, von dort bedient man sich mit seinen zwei Essstäbchen. Und falls das mit dem Stäbchenessen nicht gleich klappt und Sie ein paar Flecken aufs Tischtuch machen, ist das kein Weltuntergang. Nach einer chinesischen Mahlzeit sieht es meistens aus wie auf einem Schlachtfeld - auf und neben dem Tisch. Deswegen gibt es in Restaurants nur selten Teppich oder Tischdecken.
Man vermutet, dass der Tee seinen Ursprung in China hat. Zweifelsfrei geklärt ist das aber nicht. Sicher ist, dass die Teepflanzen zuerst im Reich der Mitte zu einem anregenden Getränk aufgebrüht wurden. Heute hat China eine sehr ausgeprägte Teekultur, erstmalig wurde er vor ca. 4700 Jahren in chinesischen Texten erwähnt. Vornehmlich trinken die Chinesen ungesüßten Grüntee.
Egal ob im Geschäftsleben oder bei Bekannten - vermeiden Sie in China direkte Konfrontationen und klare Worte. Üblich sind geschicktes Taktieren, Diplomatie und Anpassung. Sagen Sie zu einem Anliegen niemals direkt "Nein", sondern formulieren Sie es um, finden Sie Ausflüchte wie beispielsweise bei einem Reiseführer, den Sie nicht mehr buchen wollen: "Sie sind so beschäftigt, wir wollen Ihre Zeit nicht mehr in Anspruch nehmen."
Es gibt ihn immer noch, den Mythos der unterwürfigen Asiatin, die dem Mann bedingungslos gehorcht. Eine Chinesin sollten diese Männer dann allerdings nicht heiraten. Die "Hälfte des Himmels" hatte der legendäre Staatsgründer Mao Zedong den Frauen während der kommunistischen Revolution Mitte des 20. Jahrhunderts versprochen. Und zumindest rechtlich wurden sie Männern im Jahr 1949 gleichgestellt. Durch den ständigen Bedarf an Arbeitskräften fanden sich Chinesinnen plötzlich mit eigenem Einkommen und neuem Selbstbewusstsein wieder. Das grausame Ritual des Füßebindens verschwand. Dass eine Frau arbeiten geht, ist in China heute eher die Norm als in Deutschland. In Familie und Gesellschaft behielten und behalten sie ihre eher untergeordnete Rolle allerdings bei.
Das wohl Unangenehmste, was einem Chinesen passieren kann, ist, sein Gesicht zu verlieren. Das heißt, ihn durch Handlungen oder Worte schlecht dastehen lassen oder in eine unangenehme Situation bringen. Eine chinesische Weisheit lautet: "Der Leise spricht mit starker Stimme". Das bedeutet für Sie: Werden Sie nicht laut und verlieren Sie angesichts von Missverständnissen nicht ihre Fassung. Bleiben Sie ruhig, gestikulieren Sie nicht wild und ganz wichtig: Lächeln Sie.
Während in Deutschland ein gerader Blick in die Augen Aufmerksamkeit und Interesse signalisiert, sollten sie in China dauerhaften Augenkontakt meiden. Chinesen empfinden dies eher als bedrohlich.
Die Farbe rot ist in China sehr zu empfehlen. Ob Visitenkarten, Kleidung oder Geschenkpapier - rot ist immer eine gute Wahl. Sie gilt als Glücksbringer und gutes Omen. Meiden sollte man dagegen die Farbe weiß. Sie steht für Trauer und wird vor allem zu Beerdigungen getragen.
Es gibt den Handschlag in China, allerdings ist der nicht so kräftig. Versuchen Sie also nicht, durch ein herzhaftes Zupacken Eindruck zu schinden. Der chinesische Händedruck ist ein eher kraftloses Ineinanderlegen der Hände, gleichzeitig deutet man eine Verbeugung an.
Geschenke werden in China gerne gesehen, besonders Andenken aus dem jeweiligen Heimatland. Ausgepackt wird aber erst später, niemals vor dem Gast. Empfehlenswerter sind da Souvenirs aus dem Heimatland. Es gilt: Je höher die Wertschätzung des Gegenübers, desto teurer darf das Geschenk sein. Aber übertreiben Sie es nicht, sonst könnte der Beschenkte das Gesicht verlieren, weil es unmöglich ist, sich zu revanchieren. Blumen sollte man vermeiden, die werden nur im Todesfall verschenkt.
Zumindest für europäische Maßstäbe sind Chinesen laut. In Restaurants findet man selten gedämpftes Licht (stattdessen Neonlicht), leise Gespräche und ruhige Ecken. Stattdessen Trinkspiele, laute Unterhaltungen und Musik. Essen soll einfach Spaß machen und sich in unverkrampfter Atmosphäre abspielen. Und nicht nur in Restaurants ist der Lärmpegel hoch. Auch in Geschäften oder auf der Straße ist es für europäische Ohren ungewöhnlich laut. Noch dazu ist es durchaus üblich, die Nase hochzuziehen und auf die Straße zu spucken.
Taxis sind billig und überall schnell zu bekommen. Vor den Ausgängen an Flughäfen, Bahnhöfen und Hotels stehen immer wartende Taxis. Achten Sie darauf, dass der Fahrer eine Lizenz besitzt, die auf dem Armaturenbrett gut sichtbar angebracht ist. Bezahlt wird nach Taxameter. Es gibt eine Grundgebühr und einen streckenabhängigen Preis. Wenn möglich, sollte der Preis vor Fahrtantritt ausgehandelt werden. Taxifahrer sprechen selten Englisch. Am besten nehmen Sie eine Visitenkarte Ihres Hotels mit.
Chinesische Züge sind normalerweise pünktlich und alle Großstädte sind mit dem Zug erreichbar.
Bei der chinesischen Staatsbahn gibt es vier Klassen: Hartsitzer, Weichsitzer, Hartlieger, Weichlieger. Die weichen Klassen entsprechen dem europäischen Standard der 1. Klasse. Schlafwagen der Weichlieger-Klasse ("Softsleeper") bieten vier bequeme Liegen pro Abteil (jeweils ca. 90 cm breit, 190 cm lang, jeweils zwei übereinander). Toiletten und Waschmöglichkeiten finden sie am Ende eines Waggons. Auf der Fahrkarte ist der Waggon und der Platz nummeriert. Fernzüge verfügen über Speisewagen. Zugtickets kann man am Bahnhof selbst besorgen. Zugtickets können auch in Reisebüros besorgt werden.
China verfügt mittlerweile über ein gut ausgebautes Flugliniennetz. Alle Provinzhauptstädte sind dadurch erreichbar. Die Civil Aviation Administration of China (CAAC) ist die Dachorganisation zahlreicher regionaler Fluglinien wie China Northern, China Eastern, China Southern, Great Wall oder Yunnan Airlines, die über 80 Städte mit Peking verbinden. CheckIn-Schalter öffnen 90 Min und schließen 30 Min vor Abflug. In der Regel sollte man bei Auslandflügen mindestens 2 Stunden vor Abflug im Flughafen sein, bei Binnenflügen ist eine Stunde ausreichend. Es kann immer wieder zu Flugverspätungen oder- verschiebungen kommen. Flugtickets kann man durch das Reisebüros buchen. Im Mai, September und Oktober wird Vorausbuchung empfohlen.

























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